Was kann PR?
Mittelständische Unternehmer sollten die Chancen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ernster nehmen! Zwar kann Public Relations (PR) nicht das klassische Werbegeschäft ersetzen, aber Vorteile im Wettbewerb lassen sich durchaus erzielen. Auch die regionalen Tageszeitungen und Onlinemedien hungern nach Neuigkeiten. Eine fachlich sauber aufgearbeitete Hintergrundberichterstattung wird gerne genommen – selbst, wenn es nur gute Nachrichten zu verkünden geben sollte.
Ein gutes, offenes Image wirkt immer – nicht nur, wenn es zur Krise kommen sollte. Ein gutes Image ist ganz besonders vorteilhaft bei der Nachwuchs- und Mitarbeitergewinnung, aber es hilft auch bei der Mitarbeiterbindung.
Oft gibt es neben dem Chef keinen Verantwortlichen für PR in mittelständischen Unternehmen, und nur manchmal sind die Mitarbeiter im Vertrieb oder im Marketing versierte „Schreiberlinge". Dienstleister wie Agenturen, aber auch erfahrene Ex-Journalisten, helfen gerne bei der Ausarbeitung von Texten und bei den Fotos.
Wem das zu teuer ist: Nachrichten lassen sich in jedem Betrieb finden. Es kommt auf die Kreativität an – zum Beispiel bei der Vorstellung von neuen Produkten. Aus einer blanken Produktwerbung, die keine Chance auf redaktionelle Verwertung hat, wird rasch eine Nachricht: Wenn zum Beispiel eine neue Halle errichtet werden muss, weil ein völlig neuer Geschäftsbereich entsteht und die entsprechenden Investitionen jetzt anstehen, dann berichtet die Presse gerne darüber. Solche Anlässe zur Berichterstattung gibt es viele. Man kann auch welche selber schaffen. Etwa die neuen Auszubildenden, der Großauftrag aus dem Ausland, die neue Zweigniederlassung, das Firmenjubiläum, die Arbeitsplatz- oder Umsatzentwicklung, aber auch das außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement einer Mitarbeiterin, die dabei vom Unternehmen unterstützt oder dafür ausgezeichnet wird. Schon die bloße Nennung des Arbeitgebers färbt positiv auf das Unternehmen ab. In einem recht engen Zeitfenster schaffen es auch Berichte von Firmenausstellungen auf bekannten Messen recht häufig in die Medien. Es gilt hier, wie so oft im Leben: einfach ausprobieren!
Eine Veröffentlichung fällt leichter, wenn es gute Fotos gibt - also bitte nicht das prächtige Buffet aus zehn Metern Entfernung als Motiv ablichten und den Medien mailen, sondern besser den Spatenstich, das Richtfest, das Anfahren der Produktion – immer mit Menschen, die etwas tun, in gut ausgeleuchteter Nahaufnahme ohne Schlagschatten im Hintergrund und mit möglichst hoher Bildauflösung bei Digitalkameras. Und bitte immer daran denken: Wer auf dem Foto/den Fotos abgelichtet ist, sollte – um unnötige Nachfragen seitens der Journalisten gleich zu vermeiden – mit Titel, Vorname und Nachname sowie bei mehreren Personen in der jeweiligen Reihenfolge genannt werden! Noch besser ist es natürlich, einen professionellen Fotografen zu engagieren!
Deswegen: Wer in Öffentlichkeit wahrgenommen werden will, wer sich Gehör verschaffen will, kommt an PR nicht vorbei. Leider verschenkt der Mittelstand an dieser Stelle noch viel Potenzial. Dabei sind die Aussichten, von den Medien abgedruckt zu werden oder online zu erscheinen, recht gut. Das Thema Wirtschaft hat Konjunktur in den Medien.
Aber eine Garantie auf Veröffentlichung gibt es nicht. Und der Redakteur sollte das letzte Wort haben – etwa um zu werbliche Aussagen zu streichen! Denn PR kann eines nicht: Werbung ersetzen.
