Werden Sie Zukunftsentwickler!
Chancen für den Mittelstand und Entwicklungsländer
Als Entwicklungsminister habe ich seit Amtsantritt bislang mehr als siebzig Länder weltweit bereist – von Ägypten bis Peru, von Myanmar bis Tadschikistan. Es stehen aber auch immer wieder deutlich weniger exotische Ziele auf dem Programm: Magdeburg und Reutlingen, Travemünde und Berlin zum Beispiel – denn ein wichtiger Teil meiner Arbeit beginnt gewissermaßen direkt vor der eigenen Haustür: Die Besuche in den Industrie- und Handelskammern quer durch die Republik, unsere Roadshows in der Reihe „wirtschaft.entwickelt.global“.
Ich bin nicht Minister für Entwicklungshilfe, sondern Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Es ist mir ein Anliegen, diesen Namen wieder mit Leben zu füllen. Und dafür brauchen wir die deutsche Wirtschaft. Wenn ich „die deutsche Wirtschaft“ sage, dann meine ich ausdrücklich nicht nur die großen, international aufgestellten global player – sondern ganz bewusst all jene Firmen, die das ökonomische Rückgrat Deutschlands bilden: all die kleineren und größeren mittelständischen Firmen, für die Entwicklungsländer auf den ersten Blick eines sicher nicht sind: Märkte nämlich, in die ausgerechnet die mittelständische Wirtschaft sich hineinwagen sollte.
Ein großer Irrtum! Zunächst eine eindrucksvolle Zahl: Weltweit fließen jährlich rund 750 Milliarden US-Dollar an ausländischen Direktinvestitionen in Entwicklungs- und Schwellenländer. Das ist rund das Fünffache dessen, was alle staatlichen Geber für die Entwicklungszusammenarbeit aufbringen – eine gewaltige Summe also, die illustriert: Der Einfluss privater Investitionen für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in diesen Ländern ist enorm. Es ist daher dringend geboten, unser Engagement mit dem der Wirtschaft zu verzahnen.
Wir können kein Land von außen entwickeln, auch bei bester Intention. Ohne die entschiedene Initiative unserer Partnerländer selbst geht es nicht. Wirtschaftliches Wachstum ist zwingend notwendig, um die Entwicklung in unseren Partnerländern langfristig und nachhaltig anzuschieben. Als staatlicher Akteur können wir den Weg ebnen und die Rahmenbedingungen verbessern – aber Jobs schaffen, die den Menschen ein Auskommen sichern, die sie aus der Armut befreien, das können dauerhaft nur private Unternehmen. Das ist in unseren Kooperationsländern nicht anders als hier auch. Hinzu kommt: Wer arbeitet, zahlt Steuern. Staatseinnahmen sind die notwendige Voraussetzung dafür, dass ein Staat Basisdienstleistungen bereitstellen kann, zum Beispiel ein Gesundheitssystem, Infrastruktur oder Bildung.
Deutsche Unternehmen gehören in vielen Schlüsselbereichen zur absoluten Weltspitze – in Medizintechnik, Umwelttechnologien oder erneuerbaren Energien zum Beispiel. Gerade Mittelständler haben dabei den entscheidenden Vorteil, dass sie ihre Produkte und Dienstleistungen flexibel an die Bedürfnisse von Entwicklungsländern anpassen können. Noch dazu bringen deutsche Unternehmen ihre oft weit höheren Umwelt- und Sozialstandards in die Kooperationsländer mit. Auch deswegen ist es gut, wenn das Know-how und Engagement dieser Firmen in die Kooperation einfließen – und deswegen versuchen wir, Sie als Unternehmer und Unternehmerinnen für eine Zusammenarbeit mit uns in Entwicklungspartnerschaften zu gewinnen.
Wir brauchen Sie also – aber was haben Sie als Unternehmen davon, sich in einem Entwicklungsland zu engagieren? Blicken wir beispielsweise nach Afrika: Erst allmählich wandelt sich das Image dieses Kontinents, der für viele noch immer Inbegriff von Katastrophen, Kriegen und Hunger ist. Afrika besteht aber aus über fünfzig völlig unterschiedlichen Staaten! Viele afrikanische Länder haben enorme Fortschritte gemacht – gesellschaftlich, politisch, wirtschaftlich – und warten inzwischen teils mit steilen Wachstumsraten und sich dynamisch entwickelnden Märkten auf.
Dennoch werden sie von Investoren und Unternehmern gemieden, denn viele Firmen schrecken vor dem Schritt in diese Länder zurück und scheuen das höhere unternehmerische Risiko. Hier setzen unsere Angebote an: Wir können Ihnen als BMZ die Hand reichen. Mit unseren staatlichen Durchführern haben wir jahrzehntelange Erfahrung in Entwicklungs- und Schwellenländern, wir sind vor Ort vernetzt und genießen das Vertrauen unserer Partner. Davon können auch Unternehmen profitieren, die mit uns zusammenarbeiten – zum Beispiel, wenn es darum geht, Investitionen mit Hilfe von Machbarkeitsstudien auf den Weg zu bringen oder Entwicklungspartnerschaften anzubahnen.
Wir tragen dabei einen Teil des Risikos, achten dafür aber auch auf einen echten Mehrwert für Entwicklung. Wir legen strenge Maßstäbe an und tragen nur Vorhaben mit, die eindeutig entwicklungsrelevant sind. Wer sich darauf einlässt, dem eröffnet sich die Chance, schon heute in den Märkten von morgen Fuß zu fassen in Ländern, die großes Potenzial für die Zukunft bieten. Dazu gehört auf Unternehmerseite neben Pioniergeist und einem Gespür für Zukunftsperspektiven immer auch eine gehörige Portion Leidenschaft und Idealismus für die Sache. Dieses Engagement zahlt sich am Ende aus, und zwar für alle Seiten: Das Unternehmen erschließt sich neue Märkte, die Menschen vor Ort haben neue Chancen und Perspektiven.
Ich treffe auf meinen Reisen in unseren Kooperationsländern immer wieder Unternehmer, die mir berichten, wie befriedigend es ist, tatsächlich etwas bewegt zu haben – weitab von rein monetären Gesichtspunkten. Wenn beides zusammenkommt – solider Geschäftssinn und Überzeugung in der Sache – dann können wir gemeinsam eine Menge erreichen. Ich lade Sie deshalb ein: Engagieren Sie sich in Entwicklungsländern, gemeinsam mit uns – werden Sie Zukunftsentwickler! Wir stehen Ihnen dabei mit Rat und Tat zur Seite.
Dirk Niebel Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Berlin
Bildnachweis: Thomas Ecke
International
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Jeden zweiten Euro verdienen die hessischen Unternehmen im Ausland. Die Globalisierung der Wirtschaft bietet gerade auch kleinen und mittelständischen neue Chancen.
Handel mit dem Ausland, Investitionen im Ausland, kurz das gesamte Auslandsgeschäft, erfordert ein umfangreiches Wissen über Sitten und Gebräuche im jeweiligen Land sowie die dort geltenden gesetzlichen Bestimmungen. Unternehmen müssen aber auch über die in Deutschland für Exporte geltenden Regeln informiert sein. Wichtige Internetadressen für Ihr internationales Geschäft finden Sie im aktuellen Faltblatt
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