Das Duale System der Berufsausbildung
Die Wettbewerbsfähigkeit der Bundesrepublik Deutschland ist ohne ein leistungsfähiges Ausbildungssystem nicht denkbar. Deutschland hat ein Ausbildungssystem, das Theorie und Praxis hervorragend miteinander verbindet. Die Ausbildung in Betrieb und Berufsschule bedeutet Vermittlung von praxisbezogenem Fachwissen und beruflicher Erfahrung. So wird die Leistungsfähigkeit gesichert.
Die Schulabgänger werden im Rahmen ihrer Berufsausbildung nach dem Prinzip des Dualen Systems ausgebildet. Dual bedeutet, ein aufeinander abgestimmtes System von Qualifizierung im Betrieb und in der Berufsschule. Die praktische Ausbildung findet im Betrieb statt. Für die theoretische Unterweisung sorgt die Berufsschule. Die Praxisnähe der betrieblichen Berufsausbildung garantiert die enge Bindung von Ausbildungssystem und Arbeitsmarkt. Die im Betrieb zu vermittelnden Fertigkeiten und Kenntnisse sind für jeden Ausbildungsberuf in besonderen Vorschriften festgelegt. Schulangelegenheiten werden in Deutschland von jedem Bundesland in eigener Hoheit geregelt. Dazu gehört auch die Festlegung der Lehrpläne für die Berufsschulen.
Rund 400 anerkannte Ausbildungsberufe machen den reibungslosen Übergang von der Ausbildung in die Arbeitswelt möglich und sichern berufliche Mobilität. Über 80 Prozent der Auszubildenden werden in mittleren und kleinen Betrieben ausgebildet. Ausbildungsordnungen legen Einzelheiten der Ausbildung fest und bundeseinheitliche Abschlussprüfungen garantieren so ein bundesweit einheitliches Niveau der Ausbildung.
Eine Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf ist ohne schriftlichen Ausbildungsvertrag nicht erlaubt. Die Industrie- und Handelskammern prüfen, ob die Betriebe für die Ausbildung geeignet sind. Ein Betrieb kann in der Regel nur dann ausbilden, wenn der Ausbildende persönlich und fachlich geeignet ist. Wenn er selbst nicht ausbilden kann, muss ein entsprechend geeigneter Ausbilder oder eine Ausbilderin benannt werden.
Am Ende einer Ausbildung steht die Abschlussprüfung, die von der IHK organisiert wird. Diese Prüfung ist eine Erfolgskontrolle und bescheinigt die Berufsqualifikation der Fachkräfte.
Abgenommen werden die Prüfungen von Prüfungsausschüssen die paritätisch mit Beauftragten der Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowie mindestens einem Lehrer einer berufsbildenden Schule besetzt sind.
Typisch für das Duale System ist, dass in der gewerblichen Wirtschaft die Beratung sowie Prüfungs- und Verwaltungsaufgaben nicht vom Staat, sondern durch Selbstverwaltungsorgane der Wirtschaft – die Industrie- und Handelskammern – durchgeführt werden. Sie sind Körperschaften des öffentlichen Rechts.
Die Berufsschule begleitet die berufliche Ausbildung als Teilzeitschule. Schulträger sind in der Regel die Gemeinden. Finanziert werden die Berufsschulen von den Ländern und den Kommunen.




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